Grillen im Winter wird immer beliebter. Mit diesen Tipps zum Wintergrillen gelingt auch euer „Snowbecue“. Es gibt mittlerweile auch zahlreiche Bücher, die sich ausschliesslich mit dem Thema Wintergrillen beschäftigen. Und dennoch gibt es für viele Deutsche noch die typische Grillsaison, die nach dem Sommer abrupt endet. Der Grill wird eingemottet und erst wieder im nächsten Frühjahr ausgepackt. Doch das ist nicht notwendig: echte Männer (und auch Frauen) grillen auch im Winter!

Tipps zum Wintergrillen – das sollte man beachten

Damit das Wintergrillen nicht zum Reinfall wird, gibt es jedoch einige Dinge zu beachten. Ich habe für euch mal einige Tipps zusammengestellt. Dinge die man beachten sollte, Dinge die man vermeiden sollte und auch ein paar Rezeptideen zum Grillen im Winter.

Grundvoraussetzung für das Grillen im Winter ist das Grillen mit Deckel. Ohne Deckel zu grillen kann zu einer echten Herausforderung werden, denn bei Wind und eiskalten Temperaturen die Glut zu erzeugen und zu halten ist nicht leicht. Wohl dem, der einen Kugelgrill mit Deckel hat. Durch den Deckel wird die Hitze im Grill gehalten und das Grillgut bekommt die Hitze auch von oben und von den Seiten ab. Ausserdem kühlt es nach dem Wenden auf der Oberseite nicht aus.
Tipp: Wenn man keinen Grill mit Deckel hat, kann man auch einen großen Kochtopf umgedreht auf den Grillrost stellen und als Deckel nutzen.

Die nächste Herausforderung ist die Wahl des richtigen Brennstoffes. Das Grillen mit Gas kann im Winter zum Problem werden, wenn man nicht das richtige Gas in der Flasche hat. Butangas verflüssigt sich schon kurz unterhalb des Gefrierpunktes und der Grillspaß kann so ein schnelles Ende haben. Besser geeignet ist Propangas, welches erst bei -42 Grad Celsius flüssig wird. Ein weiteres Problem kann der eingebaute Druckregler im Gasgrill werden, welcher bei Frost gerne seinen Dienst verweigert, wenn er einfriert. Falls man dennoch beim Wintergrillen auf Gas setzen möchte, sollte man in jedem Fall eine zweite volle Gasflasche als Reserve da haben, denn häufig ist die Flasche leer, wenn es am Schönsten ist.

Die bessere Wahl im Winter ist jedoch Holzkohle, bzw. Holzkohlebriketts. Dabei sollte man jedoch darauf achten, dass man sich spätestens im Herbst einen Holzkohlevorrat zulegt, denn der Einzelhandel und viele Baumärkte nehmen Holzkohle im Winter häufig aus dem Sortiment. Wichtig ist, dass man einen hochwertigen Brennstoff nimmt, denn gerade im Winter braucht man auf Grund der niedrigen Temperaturen etwas mehr Brennstoff als im Sommer. Ich empfehle hier „Grillis“ Buchenholzkohlebriketts von Profagus oder die langanhaltende Kokoskohle von McBrikett. Diese Kohlen sind zwar etwas teurer als der Durchschnitt, aber die Brenndauer ist dementsprechend länger und der Mehrpreis rechnet sich.
Wichtig ist auch die trockene Lagerung der Kohle. Lagert die Kohle bitte keinesfalls im feuchten Keller oder der Gartenhütte, denn nichts ist ärgerlicher als feuchte Briketts, die sich nicht entzünden lassen.

Tipps zum Wintergrillen Tipps zum Wintergrillen-Tipps zum Wintergrillen-Licht01
Tipps zum Wintergrillen im Schnee

 

Beim Grillen im Winter ist auch der Standort des Grills wichtig. Gerade im Winter muss der Grill auf einer ebenen Fläche sicher stehen und man sollte aufpassen, dass es nicht glatt ist und man den Grill nicht versehentlich umwirft (z.B. durch Ausrutschen auf einer vereisten Terrasse).
Grillt bitte keinesfalls unter einer schneebedeckten Dachschräge. Plötzliche Dachlawinen können zur Gefahr für den Wintergriller und den Grill, bzw. das Grillgut werden.

Bei der Kleiderwahl muss man auf geeignete Winterbekleidung achten. Festes Schuhwerk und eine dicke Winterjacke sind Pflicht, denn man sollte die Zeit, in der man draußen am Grill steht nicht unterschätzen. Achtet bitte bei der Wahl der Kleidung darauf, dass diese schwer entflammbar ist und das an der Kleidung nichts herunter baumelt. Ein offen getragener Schal könnte beispielsweise sehr leicht Feuer fangen.

Reicht die Kleidung nicht aus, kann man auch auf technische Hilfsmittel, wie Heizstrahler zurückgreifen. Für eine entsprechende Wintergrill-Atmosphäre sorgt beispielsweise auch ein Schwedenfeuer, Lagerfeuer oder ein Feuerkorb.

Als Grillgut eignet sich eigentlich alles, was man auch im Sommer grillt. Für den Wintergrill-Neuling empfiehlt sich Kurzgebratenes wie Steaks, Spieße, Würstchen und Garnelen für den Anfang, wenn man nicht stundenlang am Grill stehen will. Der erfahrene Wintergriller schreckt aber auch vor Pulled Pork oder Beef Brisket nicht zurück.
Bei den Beilagen setzt man im Winter nicht unbedingt auf kalte Nudel- oder Kartoffelsalate. Besser geeignet sind warme Beilagen wie Ofenkartoffeln. Dazu wickelt man einfach Kartoffeln mit ein paar Kräutern, Knoblauch und einem Schuss Öl in Alufolie und legt sie auf dem Grill. Tipp: Dazu serviert man am besten einen leckeren Kartoffel-Dip.
Wer nicht auf die typischen Beilagenklassiker verzichten will, dem empfehle ich beispielsweise einen warmen Kartoffelsalat mit Pistazienpesto. Für Kinder ist Stockbrot eine tolle Alternative. Dafür wickelt man einfach rohen Teig auf einen Holzstock und röstet ihn über der Glut.

Gerade im Winter kühlt das Grillgut schnell aus. Man sollte das Grillgut daher in eine isolierte Thermobox legen und beim Servieren unbedingt die Teller vorwärmen (das geht am schnellsten in der Mikrowelle), denn abgekühlte Steaks vom eiskalten Teller müssen nicht sein. Zahlreiche Rezepte zum Thema Wintergrillen findet man beispielsweise auch in folgenden Büchern: Weber’s Wintergrillen und Wintergrillen von Tom Heinzle.

Ein großer Vorteil des Wintergrillens: Das Bier muss nicht im Kühlschrank kaltgestellt werden. 😉
Dennoch möchte man bei eiskalten Außentemperaturen vermutlich eher heiße Getränke zu sich nehmen. Tee, Glühwein und Punsch sind dann erste Wahl. Es muss auch nicht unbedingt der billige Fertig-Glühwein aus dem Supermarkt sein. Ein vernünftiger Rotwein mit 3 EL Rohrzucker (oder Vanillezucker) und 3 EL Glühweingewürz (z.B. von Ankerkraut) erwärmt ergibt einen richtig leckeren Glühwein, der nichts mit dem Billig-Glühwein vom Weihnachtsmarkt zu tun hat.

Oder wie wäre es mit einem alkoholfreien Punsch, der auch für Kinder geeignet ist? Dazu braucht man lediglich Früchtetee, Fruchtsaft, Nelken und Zimt. Den Tee einfach mit den Gewürzen kurz aufkochen und dann 1:1 mit dem Saft vermischen – fertig ist der weihnachtliche Punsch, der garantiert von Kindern geliebt wird.

Niemals, wirklich niemals mit einem Holzkohlegrill in der Wohnung grillen! Auch wenn es noch so kalt draußen ist, der Grill muss draußen bleiben. Leider gibt es immer wieder Berichte darüber, dass Menschen einen Holzkohlegrill in der geschlossenen Wohnung betreiben und dadurch an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung sterben. Das darf einfach nicht sein!

Auch wenn es eisig kalt kalt ist, ein halber Meter Schnee liegt und man sich am liebsten in der warmen Wohnung am Kamin verstecken würde: Wintergrillen liegt im Trend. Macht mit, traut euch raus und lasst den Grill auch im Winter glühen! Mit diesen Tipps zum Wintergrillen gelingt auch deine Wintergrillparty! 🙂

Kommentieren Sie den Artikel