Keramikgrills haben sich in den letzten Jahren fest in der Grillszene etabliert und gehören nach wie vor zu den nachgefragtesten und beliebtesten Grills am Markt. Wir haben uns den Kamado Joe Keramikgrill Classic II mal etwas genauer angesehen, denn er unterscheidet sich in einigen Details von den Mitbewerbern.

Kamado Joe Keramikgrill im Test

Warum testen wir überhaupt den Kamado Joe Keramikgrill? Wir nutzen seit vielen Jahren Keramikgrills und haben bereits Erfahrungen mit den Keramikgrills der Marken Monolith, Big Green Egg und Grill Dome gemacht. Vom Prinzip und der Funktionsweise sind alle Keramikgrills ähnlich, doch der Teufel steckt im Detail. Kamado Joe ist uns als Marke schon länger bekannt, die ersten Berührungspunkte gab es im Frühjahr 2016, als wir Kamado Joe auf der Grillfürst Trendmesse in Fulda getroffen haben. Dort hat uns der Importeur den Grill vorgeführt und genauer erklärt. Unser Interesse war geweckt und wir haben letztendlich im Sommer 2017 ein kostenfreies Testmodell bekommen, welches wir jetzt seit einigen Monaten in Benutzung haben.

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Kamado Joe Keramikgrill Classic II

 

Was ist überhaupt das Besondere an einem Keramikgrill?

Doch bevor wir uns den Kamado Joe Keramikgrill mal etwas genauer ansehen, gehen wir nochmal auf die Besonderheiten von Keramikgrills im Allgemeinen ein. Keramikgrills erleben seit etwa 5 Jahren einen regelrechten Boom und erfreuen sich wachsender Beliebtheit und das, obwohl Keramikgrills in der Regel um die 1500€ kosten.
Das Besondere an einem Kamado Grill ist seine Vielseitigkeit. Im Grunde ist ein Keramikgrill eine All-in-One Maschine, die viele andere Grills überflüssig macht. Garen, Backen, Räuchern und Grillen ist alles kein Problem in einem Keramikgrill. Auf Grund der massiven Wandstärke (2-3 cm Keramik) und dem damit verbundenen hohen Gewicht, lassen sich Keramikgrills ideal für typische low & slow Barbecue-Gerichte nutzen, wie Pulled Pork, Ribs oder Beef Brisket. Die Keramik speichert die Hitze über einen langen Zeitraum und Keramikgrills laufen – einmal eingeregelt – über viele Stunden konstant bei niedriger Temperatur. Auch der Holzkohle-Verbrauch ist sehr gering, da die dickwandige Keramik die Hitze sehr lange speichert.
Genau so gut, kann man einen Keramikgrill aber auch auf hohe Temperaturen jenseits der 400 °C bringen und somit perfekte Steaks grillen oder Pizza backen.

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Das Kamado Joe Thermometer geht bis 450 °C

 

Die Besonderheiten von Kamado Joe

Wenn man in der deutschen Grillszene nach den beliebtesten Keramikgrills fragt, werden dort unweigerlich die Namen Big Green Egg und Monolith fallen. Keine Frage, diese Keramikgrills sind sehr gut und sie haben sich ihren guten Namen in den letzten Jahren auch verdient. Und dennoch bietet der Kamado Joe Classic II Keramikgrill ein paar Ausstattungsmerkmale, die man bei der Wahl nach dem richtigen Keramikgrill nicht außen vor lassen sollte. 2017 gab es bei Kamado Joe eine umfangreiche Modellpflege und Weiterentwicklung, die sich sehen lassen kann.

Wenn man ein Big Green Egg Large, neben einen Monolith Classic und einen Kamado Joe Classic II stellen würde, würde der Laie auf den ersten Blick keine großen Unterschiede erkennen. Klar, das eine Ei ist grün, das Andere ist schwarz und das Dritte ist Rot. Auch die Form und das Gestell unterscheidet sich ein wenig, doch eigentlich sind die alle drei Modelle nahezu identisch aufgebaut und von der Funktionsweise identisch. Man kann jetzt also seine Lieblingsfarbe wählen, oder man schaut sich die Grills im Detail an. Genau dort kann der Kamado Joe mit einigen Ausstattungsmerkmalen aufwarten, die es bei den meisten Wettbewerbern nicht gibt.

Die Vorteile auf einen Blick:

  • Kamado Joe hat ein neues und innovatives Luftdruck-Deckelscharnier. Dadurch sinkt der Kraftaufwand beim Heben des Deckels um 96%. Man mag es kaum glauben, aber man kann den rund 25 kg schweren Deckel beim Kamado Joe Classic II mit dem kleinen Finger anheben. Und das Beste daran: Er bleibt in jeder Position fixiert stehen und knallt nicht einfach runter. Man muss den Deckel also auch nicht komplett öffnen. Wer regelmäßig und häufig mit Keramikgrills arbeitet, wird diese Funktion lieben!

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    Das Luftdruck-Scharnier ist schlichtweg eine Sensation!

  • Das Lüftungsventil des Deckels ist bei Kamado Joe aus Aluminium mit Luftauslass nach vorne. Somit kann es nicht in den Grill regnen, es rostet nicht und es verstellt sich auch nicht, wenn man den Deckel öffnet. Bei den meisten anderen Herstellern ist das Deckelventil aus Gusseisen mit Öffnungen nach oben. Früher oder später ist dann Rost garantiert…

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    Lüftungsventil aus Aluminium

  • Die Feuerbox im Kamado Joe besteht aus mehreren Keramikelementen, die mit einem Metallring fixiert werden. Somit gibt es nie wieder Probleme mit gerissenen Feuerboxen. Wer sich schon intensiver mit der Thematik beschäftigt hat, weiss das einige Hersteller immer wieder mit der Problematik von gerissenen Feuerboxen zu kämpfen haben.

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    Dank der mehrteiligen Feuerbox sind Spannungsrisse beim Kamado Joes Keramikgrill ausgeschlossen

  • Divide & Conquer heißt das flexible und durchdachte Grillsystem im Kamado Joe Keramikgrill. Mit diesem System kann man auf mehreren Ebenen grillen und man kann den Grill beispielsweise auf eine Hälfte direkte und eine Hälfte indirekte Grillfläche umrüsten. Bei diesem System wird alles geteilt. Egal ob Deflektor, Grillrost oder die optional erhältlichen Grillplatten, alles belegt nur die halbe Grillfläche. Dadurch kann man flexibel arbeiten, hat unterschiedliche Grillmethoden und Temperaturzonen.
  • Einfache Reinigung durch nach vorne herausziehbare Ascheschublade. In der Regel sammelt sich die Asche unten im Keramikgrill und man muss ihn mühsam ausfegen oder mit einem Schieber auskratzen. Der Kamado Joe wird mit einer herausziehbaren Ascheschublade ausgeliefert. Die Asche fällt in die Schublade und man kann die komplette Schublade entnehmen und einfach auskippen. Einfacher & sauberer geht's nicht mehr.

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    Der Kamado Joe Keramikgrill ist durch eine herausnehmbare Ascheschublade leicht zu reinigen

  • Der Kamado Joe Keramikgrill hat außerdem einen verschließbaren Deckel für den sicheren Transport. Der Deckel rastet beim Verschliessen fest ein und kann nicht unbeabsichtigt geöffnet werden.

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    Verschließbarer Deckel gegen unbeabsichtigtes Öffnen beim Kamado Joe Keramikgrill

  • Desweiteren gibt es bei Kamado Joe eine sehr umfangreiche Zubehörpalette. Die geniale Joetisserie ist beispielsweise ein passgenauer Aufsatz mit Drehspieß. Außerdem gibt es zahlreiche Grillroste aus Edelstahl oder Gusseisen, Aufsätze, und Grillplatten (sogar aus Speckstein).

Alles in allem ist der Kamado Joe Keramikgrill seinen Mitbewerbern in Sachen Ausstattung und Add-Ons einen Schritt voraus. Gerade wenn man vor der Kaufentscheidung steht, einen Keramikgrill zu kaufen, empfehlen wir, auf die Details zu achten. Einfach mal in den Fachhandel gehen, den Deckel anheben und spüren worauf man sich einlässt. Es gibt heutzutage keine schlechten Keramikgrills am Markt. Die Geräte sind ausgereift und verrichten alle ihren Job. Letztendlich entscheidet der persönliche Geschmack, oder eben kleine Details, Zubehör und die Ausstattung.

Technische Daten Kamado Joe Keramikgrill Classic II:

  • Größe: 118 x 122 x 71 cm (BxHxT)
  • Grillfläche: 46 cm Durchmesser / 623 cm²
  • Mit Grillrost-Erweiterung: 1031 cm²
  • Mit zwei Grillrost-Sets: 1290 cm²
  • Mit beiden Grillrosten und Grillrost-Erweiterung: 0,43 m2
  • Gewicht: 85 kg
  • Hitzebereich: ca. 100 °C – 400 °C
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Pizzastein im Kamado Joe Keramikgrill Classic II

Produktsortiment Kamado Joe

Neben dem Classic II gibt es den Kamado Joe Keramikgrill auch als XL-Variante, die auf den Namen Big Joe hört. Mit 61 cm Grillrostdurchmesser und einem Gewicht von 113 kg ist dieser Grill ein echtes „Monster“. Der Joe Junior mit 30 kg Gewicht ist dahingegen schon fast ein mobiler Campinggrill. Big Joe und Classic II sind gleichzeitig auch als „Stand Alone“ Grills verfügbar, sprich ohne Gestell für den Einbau in eine Außenküche oder Ähnliches.

 

Der Kamado Joe Keramikgrill Classic II im Einsatz:

 

Fazit nach rund 4-monatiger Nutzung

Der Kamado Joe Keramikgrill Classic II ist ein äußerst vielseitiger Grill, der sich vor seinen namhaften Konkurrenten keinesfalls verstecken braucht. Im Gegenteil, dank der Modellpflege im Jahr 2017 ist der Kamado Joe wohl aktuell der am besten durchdachte Keramikgrill am Markt. Austattung, Bedienbarkeit und Handling sorgen für Begeisterung. Alleine der leichtgängige Deckel ist ein echtes Highlight. Wer einmal in den Genuß gekommen ist, einen Classic II beim Fachhändler zu „befummeln“, wird sich vermutlich für einen Kamado Joe Keramikgrill entscheiden.

6 Kommentare

  1. Hallo Thorsten,
    erstmal herzlichen Glückwunsch zum WM Titel! Großes Kino! Ich habe bei der Siegerehrung (Live Übertragung Facebook) mitgefiebert.
    Vielen Dank für den guten Bericht zum Kamado Joe Keramikgrill CLASSIC II. Das Luftdruck-Deckelscharnier ist wirklich eine gelungene Innovation.
    Als stolzer Monolith Besitzer erlaube ich mir folgendes zu Deinen Ausführungen anzumerken:
    1. JoeTisserie: Gibt es bei Monolith auch (Rotisserie). Neben dem Drehspieß gibt es noch ein Spieß-Set. Damit läßt sich die Monolith Rotisserie mit 7 Spießen bestücken.
    2. Ascheschublade: Nettes Feature, dennoch empfehle ich den Einsatz eines Aschesaugers. Die Asche muss ja irgendwo hin.
    3. Das Lüftungsventil aus Edelstahl gibt es auch beim Monolith.
    4. Geteilte Deflektorsteine und Grillrost gibt es bei Monolith auch. Der Kohlekorb hat auch einen Trenner.
    5. Der Monolith verfügt über eine Räucherschiene. Sehr praktisches Tool!
    6. Bambusgriffe und -ablagen sowie die Edelstahlbeschläge sind für mich beim Monolith einfach nur toll (das Auge grillt mit).
    7. Der Service ein wichtiger Punkt und Monolith macht da definitiv einen guten Job. Sollte jemals ein Problem mit der Feuerbox sein, wird das unkompliziert vom Monolith Service geregelt.

    Kaufentscheidungen sind immer eine Herausforderung und wenn letztlich die verfügbaren Farben den Ausschlag geben.
    Ich denke bei beiden Keramikgrills wird man den Kauf nicht bereuen.

    Viele Grüße Klaus

    • Hallo Klaus, damnke für deine Glückwünsche!
      Ich habe mit keinem Wort gesagt, dass der Monolith ein schlechter Grill ist. Im Gegenteil, ich habe seit 5 Jahren einen Monolith in meiner Außenküche und bin auch sehr zufrieden damit. Ich habe ein Big Green Egg Mini, ich habe mit den BBQ Wieseln vor einigen Jahren auf Grill Dome gegrillt und auch auf einem Primo Oval XL. Ich habe somit eigentlich fast alles durch.
      Natürlich schläft auch Monolith nicht und hat nach und nach einige Verbesserungen und Updates eingeführt. Kamado Joe hat diese Features allerdings schon ein wenig länger. Und gerade die Dinge wie das leichtgängige Scharnier, das Deckelventil in das es nicht reinregnen kann und die Ascheschublade sind schon Ausstattungsmerkmale, die sonst (aktuell) niemand bietet.
      Die Bambusgriffe und Ablagen sehen beim Monolith anfänglich sicherlich schick aus, allerdings nach 5 Jahren in der Witterung auch nicht mehr… das ist das HDPE bei Kamado Joe pfegeleichter. Bei der Räucherschiene von Monolith dachte ich mir damals auch: „Cooles Feature“! Jetzt nach 5 Jahren kann ich sagen: Die habe ich einmal genutzt. Ich nutze zum Räuchern fast ausschliesslich Chunks und die bekommt man da auch nicht rein. 3-4 Chunks gleichmäßig auf den Kohlen verteilt sorgen für gleichmäßigen Rauch über mehrere Stunden. Dafür braucht man keine Räucherschiene.

      Wie gesagt: Ich möchte die anderen Hersteller gar nicht schlecht machen. Das sind alles tolle Grills, keine Frage. Doch Kamado Joe ist denen in der Entwicklung momentan einfach einen Schritt voraus und für mich ist es momentan der technisch beste Keramikgrill am Markt. Nicht mehr und nicht weniger.

  2. Danke für den informativen Testbericht!
    Würdest du prinzipiell den Big Joe empfehlen? Oder reicht der Classic II für den „Normalgriller“, sprich in der Regel für max 8 Personen?
    Gruß,
    Johannes

    • Hallo Johannes, grundsätzlich gilt: Grillfläche ist durch nichts zu ersetzen! 🙂
      Es kommt immer drauf an, was man machen will. Wenn du viel direkt grillst, ist der Classic II natürlich schon ein wenig eingeschränkt von der Grillfläche. Wenn du ihn indirekt nutzt und Pulled Pork machst, kannst du mit der Rosterhöhung aber auch problemlos 5 Schweinenacken für Pulled Pork drauf kriegen (drei auf dem Grillrost und zwei auf der Rosterhöhung). Somit hast du dann mal eben 12-15 kg Fleisch auf der kleinen Grillfläche. 🙂
      Im Grunde reicht also der Classic vollkommen aus. Aber haben ist ja bekanntlich besser als brauchen. 😉 Der BigJoe ist schon toll. 🙂

  3. Hallo Thorsten

    du weist auf Pulled Pork hin… Im Weber Smokey Mountain 47 bekommt man pro Ebene 2 Nacken (im Normalfall) platziert… wie sieht das hier aus? …bekommt man mit einem Smokingdurchgang auch 4 Nacken hin?

    Ist das nicht eine riesige Sauerei mit dem heruntertropfenden Fett ohne Wasser-/Sand-/Kiesschale und dem Keramik?

    Vielen Dank und viele Grüße,

    Walter

    • Hallo Walter, auf dem normalen Grillrost bekommt man je nach Größe der Nacken 2-3 Stück platziert. Mit der zusätzlichen Rosterhöhung nochmal 2 Stück. Also 4-5 Nacken sind im Kamado Joe Classic II problemlos machbar.
      Das Fett tropft auf den Deflektorstein. Ich wickle diesen zum Schutz immer mit Alufolie ein und stelle dann eine Tropfschale auf den Deflektor. So ein rundes Pizzablech geht beispielsweise auch.

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