Wie grille ich das perfekte Flank Steak? Das „Flank“, auch Bavette oder Dünnung genannt ist ein sehr populärer Steakcut in den USA. Aber auch hier ist die Flanke längst kein Geheimtipp mehr und gerade vom Grill ist es ein wunderbares, geschmacksintensives Steak.

Flank Steak

Wenn es richtig zubereitet wird, ist es besonders zart und aromatisch. Das Flanksteak ist mager und in der Regel 2-3cm dick und etwa 700-1000 Gramm schwer.

In den USA gehört es zum Standardsortiment in fast jedem Supermarkt. Hierzulande ist es schon schwieriger ein gutes Flank Steak zu bekommen. Die deutschen Metzger kennen den Zuschnitt oft nicht und die Flanke landet dann im Hackfleisch oder der Wurst. Und wenn man dann doch mal Glück hat ein Flank zu bekommen, ist es häufig zäh, da es nicht lange genug gereift ist. Daher schwöre ich in erster Linie auf US-Ware, die man im Großmarkt (Metro und Handelshof) bekommen kann.

Doch nicht jeder hat die Möglichkeit dort einzukaufen. Es gibt ein paar Online-Versender, wie Albers Food, die auch Flank Steak im Sortiment haben.

Flanksteak Das perfekte Flank Steak grillen-flank steak-Flanksteak09
Flank Steak von Greater Omaha

Das Flank Steak richtig zubereiten

Damit man aus dem „Bauchlappen“ vom Rind auch wirklich ein zartes und aromatisches Steak bekommt, sollte man einige Dinge beachten.
Man sollte das Fleisch rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen, damit das Steak Raumtemperatur annehmen kann. Ich lege ein Steak in der Regel 2-3 Stunden, bevor ich es auf den Grill lege aus dem Kühlschrank. Dann sollte man das Fleisch parieren. Auf dem Steak befindet sich häufig noch etwas Fett und eine dünne Silberhaut, die man wegschneiden sollte.
Marinieren oder nicht? Grundsätzlich bietet sich das Steak auf Grund seiner groben Struktur mit den langen Fasern sehr gut zum Marinieren an. Das Fleisch ist sehr empfänglich für Marinaden aller Art. Da ich jedoch in Sachen Rindersteaks eher der Purist bin, würze ich mein Flanksteak in der Regel nur mit Salz und Pfeffer. Ich bin der Meinung: nur minderwertiges Fleisch braucht eine Marinade, die den Fleischgeschmack überdeckt. Gutes Fleisch muss nicht mit Marinaden und Saucen ertränkt werden. Ich möchte den Rindfleischgeschmack auf der Zunge spüren und nicht den Geschmack einer Marinade. Gerade das Flank Steak hat einen so wunderbaren und intensiven Fleischgeschmack, wie kaum ein anderer Cut vom Rind.

Rautenförmig einritzen, oder nicht?

Das Einritzen des Flank Steaks ist fast schon üblich. Sogar in zahlreichen Grillbüchern wird es praktiziert und ich frage mich auch heute noch: Warum?
Den einzigen Vorteil beim Einritzen sehe ich darin, dass ich die Fleischoberfläche vergrößere und somit beim scharfen Angrillen mehr Röstaromen an das Fleisch bekomme. Allerdings besteht auch die Gefahr, dass das Steak durch das Einritzen insgesamt trockener wird, da ich die Fleischoberfläche „verletzte“ und somit schneller der Fleischsaft austreten kann. Ich möchte den Fleischsaft jedoch im Steak. Ziel ist es ja, ein zartes und saftiges Steak zu bekommen. Daher ritze ich das Flank Steak auch nicht ein!

Würze ich das Fleisch vor oder nach dem Grillen?

Wenn ich mein Steak mit Salz und Pfeffe würze, dann öle ich das Steak vor dem Grillen mit einem hitzebeständigen Öl ein und salze es etwa 30 Minuten, bevor ich es auf den Grill lege. Das Salz unterstützt den Fleischgeschmack und sorgt für eine schöne Kruste. Mit Pfeffer würze ich grundsätzlich immer erst nach dem Grillen, denn der Pfeffer verbrennt bei hohen Temperaturen und wird bitter.
Auf meinem Messebesuch der eat&STYLE in Köln habe ich ein interessantes – für mich neues – Produkt entdeckt. Von King of Salt gibt es Flüssigsalze in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. Besonders interessant fand ich hier die Geschmacksrichtung mit tasmanischem Pfeffer, welche ich auch direkt mitgenommen und auf einem Flank Steak getestet habe. Hier habe ich das Flüssigsalz einfach vor dem Grillen beidseitig auf das Flank aufgetragen und mit einem Silikonpinsel vollflächig auf dem Steak verteilt. Auch während des Grillens habe ich das Fleisch nochmal mit dem Flüssigsalz bestrichen.

Flank Steak mit Flüssigsalz Das perfekte Flank Steak grillen-flank steak-Flanksteak02
Mit Flüssigsalz Tasmanischer Pfeffer gewürztes Flank

 

Ich grille mein Flank Steak in der Regel scharf und heiß an, damit es ein paar Röstaromen bekommt. Hierzu verwende ich die Grill Grates, welche für ein schönes Branding sorgen. Das Auge isst ja bekanntlich auch mit. Möchte man maximale Röstaromen haben, kann man die Grill Grates auch umdrehen und auf der glatten Seite grillen.

Flank Steak auf GrillGrates Das perfekte Flank Steak grillen-flank steak-Flanksteak03
Für das perfekte Branding sorgen Grill Grates

 

Nachdem ich das Flank etwa 2-3 Minuten bei hoher Hitze angegrillt habe, habe ich es in die indirekte Zone gelegt und bei etwa 110-120 Grad C gar ziehen lassen, während ich gleichzeitig meine Beilagen zubereitet habe. In diesem Fall gab es karamellisierte Kirschtomaten und Knoblauchbaguette.

Ruhephase beim Flanksteak Das perfekte Flank Steak grillen-flank steak-Flanksteak04
Ruhephase beim Flank Steak

 

Flank Steak sollte man generell medium oder medium-rare grillen, dann wird es besonders zart. Ich habe es bei einer Kerntemperatur von 56 Grad C vom Grill genommen und noch 1-2 Minuten ruhen lassen. Tipp: Zur Überwachung der Kerntemperatur empfehle ich ein Thermometer, wie das Maverick ET-733 einzusetzen.Die Ruhephase ist wichtig, damit der Fleischsaft sich wieder im Steak verteilen kann. Wenn man das Flank Steak sofort anschneiden würde, würde auch ein Großteil des Fleischsaftes sofort austreten. Oftmals wird auch der Tipp gegeben, das Steak in Alufolie ruhen zu lassen, doch davon rate ich ab. In Alufolie fängt das Steak an zu „schwitzen“ und ein Großteil vom Fleischsaft tritt aus und landet in der Alufolie. Und wir wollen ja ein extrem saftiges Steak, daher ist die Ruhephase ohne Alufolie empfehlenswert.

Flank Steak Das perfekte Flank Steak grillen-flank steak-Flanksteak05
Das Flank Steak wird quer zur Faser angeschnitten

 

Das Flank Steak hat sehr lange Fasern. Daher sollte man es auf jeden Fall quer zur Faser in dünne Scheiben schneiden und servieren. Macht man das nicht, könnte es ein relativ kauintensives Vergnügen werden. Doch wenn man bis hierher alles richtig gemacht hat und eine gute Fleischqualität hat, sollte man so besonders zarte und saftige Steak-Scheiben bekommen. Normalerweise würde ich nach dem Aufschneiden noch ein paar Salzflakes und Steakpfeffer über die Scheiben geben. Doch da ich dieses Flank mit dem Flüssigsalz mit tasmanischem Pfeffer gewürzt habe, habe ich das Fleisch nicht weiter gewürzt.

Flanksteak Das perfekte Flank Steak grillen-flank steak-Flanksteak07
Flank Steak mit karamellisierten Kirschtomaten und Knoblauchbaguette

 

Und in der Tat war die Würzung damit nahezu perfekt. Eine angenehme natürliche Salznote und ein leichter Pfeffergeschmack haben den Fleischgeschmack des Flank Steaks wunderbar unterstützt und nicht überdeckt. Auch die Fleischqualität war überraschend gut, um nicht zu sagen großartig! Ich hatte noch nie eine „Flanke“ einer deutschen Kuh, das mir so gut geschmeckt hat. Bisher gab es für mich beim Flank Steak keine brauchbare Alternative zu US-Beef. Doch Yourbeef.de hat mich hier eines besseren belehrt und liefert hier wirklich tolle Ware zu einem fairen Preis. Das Flanksteak bei Yourbeef kostet 22 Euro/kg. Vergleichbare US-Ware kostet bei den Fleischversandhändlern zwischen 35 und 38 Euro/kg und somit fast das Doppelte. Selbst in der Metro kostet das US-Flank Steak mittlerweile 26-28 Euro/kg. Hier zeigt es sich, das es nicht unbedingt notwendig ist, dass das Fleisch um den halben Globus geschifft wird und man auch auf dem deutschen Markt brauchbare Ware aus regionaler Aufzucht bekommt.

Und wenn mal was übrig bleibt?

Da ein Flank Steak in der Regel mit einem Gewicht um die 800 Gramm oder mehr recht schwer ist, kann es natürlich auch mal passieren, dass ein ein paar Reste übrig bleiben. Aus den sogenannten „Leftovers“ kann man am nächsten Tag beispielsweise noch ein schönes Sandwich machen. Knoblauchbaguette, Flank Steak, Balsamico-Zwiebeln, geräucherter Scamorza-Käse und das ganz 10 Minuten in den Ofen zum Überbacken. Fertig ist ein geniales Reste-Sandwich. 🙂

Flank Steak Sandwich Das perfekte Flank Steak grillen-flank steak-Flanksteak08
„Leftover“-Sandwich mit Flanksteak-Scheiben, Balsamico-Zwiebeln und Scamorza-Käse

 

Ein perfekt gegrilltes Flank Steak ist kein Hexenwerk. Wenn man ein paar grundlegende Dinge beachtet und über qualitativ hochwertiges Fleisch verfügt, ist das Steak aus der Rinderflanke ein wunderbares Stück Fleisch mit einem sehr intensiven und aromatischen Rindfleischgeschmack.

 

Bavette
Flank Steak
Stimmen: 5
Bewertung: 4.2
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Portionen Vorbereitung
2-3 Portionen 5 Minuten
Kochzeit Wartezeit
20-30 Minuten 2 Minuten
Portionen Vorbereitung
2-3 Portionen 5 Minuten
Kochzeit Wartezeit
20-30 Minuten 2 Minuten
Bavette
Flank Steak
Stimmen: 5
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Portionen Vorbereitung
2-3 Portionen 5 Minuten
Kochzeit Wartezeit
20-30 Minuten 2 Minuten
Portionen Vorbereitung
2-3 Portionen 5 Minuten
Kochzeit Wartezeit
20-30 Minuten 2 Minuten
Zutaten
  • 1 Flank Steak (ca. 800 Gramm)
  • Salz
  • Pfeffer
  • Öl
Portionen: Portionen
Anleitungen
  1. Die klassische Methode ein Flank Steak zuzubereiten ist ausschliesslich mit Salz und Pfeffer. Das Flank Steak zunächst von Fett und Silberhaut befreien, mit etwas Öl einpinseln und beidseitig salzen. Vor dem Grillen keinen Pfeffer auftragen, denn der verbrennt auf dem Grill.
  2. Bei hoher Hitze wird das Flank Steak beidseitig für 2-3 Minuten scharf angegrillt und anschliessend auf die gewünschte Kerntemperatur gar gezogen. Empfehlenswert sind hier 55-56 Grad, so dass das Steak medium ist. Die Dauer hängt von der Temperatur ab. Bei etwa 120 Grad dauert das ca, 20 Minuten.
  3. Wenn das Steak den gewünschten Garpunkt erreicht hat, lässt man es 2 Minuten ruhen, bevor es quer zur Faser aufgeschnitten wird. Wer möchte, kann jetzt nochmal salzen und pfeffern.
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13 Kommentare

  1. Heute Flank-Steak gemacht. Perfekt. Selten so ein ordentliches Stück Fleisch gehabt. Gabs bei uns als Steak Sandwich, mit gegrillter Paprika, Rucola, Petersilie und nem Ciabatte.

  2. Vielen Dank für den sehr informativen Beitrag, gestern zum ersten Mal Flank-Steak zubereitet.
    Anderen Empfehlungen folgend wollte ich es zuerst in Marinade einlegen, habe mich aber durch obigen Text eines besseren belehren lassen und es nicht bereut. Wurde ein schönes Stück Fleisch – sehr saftig und mit kräftigem aromatischem Geschmack – das „dünne Ende“ ist schnell medium well.

  3. Super beschrieben und gute Tipps. Ich wohne Grenznah zu Frankreich (sowohl in Spanien und in Deutschland) und habe das Glück beim Metzger vor Ort Bavette (Flank) zu bekommen. Für jeden, der Bavette oder Onglet (Kronstück, Nierenzapfen) nicht kennt – es sind unbekannte Schnitte aber total lecker.
    So wie Thorsten das beschreibt ist es auf den Punkt gemacht.
    Danke !!

  4. Fleisch für 19euro/ kg gekauft. Nach diesen Hinweisen zubereitet. Allerdings nicht so lange da es nicht so dick war, das Ergebnis war traumhaft

  5. Hallo.
    Sehr schöner Bericht. Danke sehr.
    Was ich aber nicht ganz verstehe ist: „Ruhephase ohne Alufolie empfehlenswert“.
    Wie mach ich das? Wenn ich das Teil mehrere Minuten liegen lasse, wird es kalt.
    Bitte um Hilfe. Danke.

    • Hallo Gerhard, wenn das heiße Steak vom Grill kommt und man es direkt anschneided, läuft sehr viel Fleischsaft aus dem Steak. Daher sollte man es 1-2 Minuten auf einem Holzbrett ruhen lassen. In dieser Zeit wird das Steak auch nicht kalt. Idealerweise sollte man noch die Teller auf denen man es serviert vorwärmen.

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