Pizza mal anders ist das Motto in diesem Rezept, denn wir machen ein Panuozzo! Was das genau ist und wie man das geniale Pizza-Sandwich zubereitet, zeigen wir euch in diesem Rezept.
Panuozzo – Was ist das überhaupt?
Panuozzo (manchmal auch Panuozzi oder Panuozza genannt) ist ein traditionelles, neapolitanisches Sandwich, das aus demselben Teig wie eine echte neapolitanische Pizza hergestellt wird. Es wird traditionell in einem Holzofen gebacken und nach dem Backen mit unterschiedlichen Zutaten belegt. Besonders beliebt sind dabei Prosciutto, Salami, Mozzarella oder Burrata. Anders als ein herkömmliches Sandwich zeichnet sich das Panuozzo durch seine besondere Textur aus. Der Pizzateig wird zusammengeklappt gebacken, dadurch wird das Sandwich außen knusprig, innen weich, fast schon wolkig und aromatisch.
Doch dieses köstliche Pizza-Sandwich ist weit mehr als nur ein belegter Teigfladen. Seine Wurzeln reichen zurück in die ländliche, bäuerliche Tradition Kampaniens – insbesondere in eine kleine Gemeinde namens Gragnano.
Gragnano – die Wiege des Panuozzo
Panuozzo ist ein relativ junges Gericht, wenn man es mit den Klassikern der italienischen Küche vergleicht. Die Ursprünge lassen sich in das Jahr 1983 zurückverfolgen. Erfunden wurde es von der Familie Mascolo in Gragnano, einer Kleinstadt in der Nähe von Neapel, die vor allem für ihre Pasta bekannt ist – speziell für die „Pasta di Gragnano IGP“, eine geschützte Herkunftsbezeichnung.
Familie Mascolo betrieb eine traditionsreiche Pizzeria in Gragnano und wollte ihren Gästen etwas Neues anbieten. Sie experimentierten mit Pizzateig, formten ihn zu länglichen, fladenähnlichen Brot und backten ihn wie eine Pizza im Holzofen. Nach dem Backen wurde das Brot aufgeschnitten und mit Schinken, Käse, und anderen Zutaten belegt. Das Panuozzo war geboren.

Von Gragnano in die Welt – Der Siegeszug des Panuozzo
Zunächst war das Panuozzo nur ein regionales Phänomen. Es wurde vor allem in Gragnano und der näheren Umgebung auf Märkten, lokalen Festen und kleinen Pizzerien verkauft. Doch in den letzten zwei Jahrzehnten hat sich dieses Pizza-Sandwich zunehmend verbreitet – zunächst in Kampanien, dann in ganz Süditalien und schließlich international.
Im Zuge des weltweiten Pizza-Booms hat auch das Interesse an neapolitanischer Pizza und Pizza-Alternativen zugenommen. Selbst in Pizzerien in den USA, in Großbritannien und überall dort wo neapolitanische Pizza angeboten wird, taucht früher oder später das Panuozzo auf den Speisekarten auf. Oft als Geheimtipp, manchmal als Signature Dish. Das Gute daran, es wird aus dem gleichen neapolitanischen Pizzateig gemacht, wie auch die normale Pizza und jeder der neapolitanischen Pizzateig hat, kann damit ein richtig geniales Panuozzo Pizza-Sandwich machen!
Rezept für Panuozzo
Unser Panuozzo wird mit klassischem neapolitanischen Pizzateig zubereitet, der zusammengeklappt gebacken wird. Etwas Olivenöl zwischen den beiden Teighälften verhindert das Zusammenkleben während des Backens. Anschließend belegen wir das Pizza-Sandwich mit Prosciutto Cotto, Rucola, Burrata, Tomaten und Basilikum-Pesto.
Folgende Zutaten werden für ein Panuozzo Pizza-Sandwich benötigt:
- 270 g neapolitanischer Pizzateig
- 3 Scheiben Kochschinken (Prosciutto Cotto)
- 1 Kugel Burrata
- 1 handvoll Rucola
- 2 EL Basilikum-Pesto
- 2 Kirschtomaten (in Scheiben geschnitten)
- 20 g Parmesanspäne
- 2 EL Olivenöl

Schritt 1: Der Teig wird vorbereitet
Wir starten mit dem Pizzateig. Wir haben für dieses Rezept neapolitanischen Pizzateig mit 66% Hydration und 48 Stunden Reifezeit zubereitet. Die genaue Anleitung, wie man diesen Teig macht, findet ihr in unserem Rezept für neapolitanischen Pizzateig. Wie bereits vorab erwähnt, ist die Besonderheit dieser Pizzatasche, dass sie ohne Füllung gebacken wird und erst anschließend belegt wird. Dabei wird die unbelegte Pizza zusammengeklappt gebacken.

Damit sie nach dem Backen nicht zusammenklebt und später gefüllt werden kann, wird etwas Olivenöl auf eine Hälfte geträufelt und dann wird die Tasche zusammengeklappt. Dann wird der Pizzateig auf den mit etwas Semola bestreuten Pizzaschieber gezogen.

Schritt 2: Die Pizzatasche wird gebacken
Zubereitet haben wir unsere Pizzatasche im Witt Piccolo Rotante 16″ Pizzaofen. Der Pizzaofen wird auf Maximalleistung aufgeheizt, so dass eine Backtemperatur um die 450-500°C entsteht. Der rotierende Pizzastein wird dabei mit eingeschaltet, damit die Pizzatasche von allen Seiten gleichmäßig gebacken wird.

Aufgrund der hohen Temperaturen ist der Pizzateig in rund 60 Sekunden fertig gebacken. Es empfiehlt sich sogar, den Hauptbrenner nach 30 Sekunden etwas runter zu regeln, da der Pizzateig sonst zu schnell zu dunkel wird. Das Ergebnis ist in jedem Fall eine richtig luftige und gleichzeitig knusprige Pizzatasche, die man so nicht im heimischen Backofen hinbekommt.

Wenn die Pizzatasche fertig gebacken ist, wird sie vorsichtig aus dem Pizzaofen geholt und für 3-4 Minuten zum Auskühlen beiseite gestellt. Dann wird sie vorsichtig geöffnet (Vorsicht, heißer Dampf steigt auf). Durch das Olivenöl sind die beiden Teighälften nicht zusammengebacken und die Pizzatasche lässt sich problemlos füllen.

Schritt 3: Das Panuozzo wird gefüllt und serviert
Wenn der Pizzateig etwas ausgekühlt ist, wird er gefüllt. Schinken, Parmesan, Rucola, Tomaten, Burrata und das Pesto werden in die Tasche gegeben. Darüber wird noch etwas Olivenöl gegeben und dann kann das Panuozzo auch schon serviert werden.

FAQ – Die 6 häufigsten Fragen zum Panuozzo
- Was ist ein Panuozzo?
Ein Panuozzo ist ein traditionelles italienisches Pizza-Sandwich, welches aus dem gleichen Teig wie eine neapolitanische Pizza hergestellt wird. Es wird im Pizzaofen gebacken, anschließend mit verschiedenen Zutaten gefüllt – z. B. mit italienischem Schinken, Käse oder gegrilltem Gemüse. Es vereint die Kruste und den Geschmack einer Pizza mit dem Aufbau eines belegten Sandwiches. - Woher stammt das Panuozzo?
Das Panuozzo stammt aus der Stadt italienischen Stadt Gragnano in der Region Kampanien (Süditalien) in der Nähe von Neapel. Es wurde dort im Jahr 1983 von der Familie Mascolo erfunden, die dort eine Pizzeria betrieben haben. - Kann man Panuozzo auch vegetarisch oder vegan zubereiten?
Ja, das ist problemlos möglich! Ein vegetarisches Panuozzo mit gegrilltem Gemüse, Tomaten, Fior di Latte oder Burrata ist besonders beliebt. Für eine vegane Variante kann man auf pflanzliche Käsealternativen und eine Füllung aus Gemüse, Oliven, getrockneten Tomaten, Rucola oder veganem Aufschnitt setzen. - Kann ich ein Panuozzo wieder aufwärmen?
Grundsätzlich sollte das Pizza-Sandwich frisch zubereitet werden. Wir haben aber auch schon Reste übrig behalten, die wir am nächsten Tag in der Heißluftfritteuse erwärmt haben. Das Erwärmen im vorgeheizten Backofen ist ebenfalls möglich. Ein Panuozzo schmeckt übrigens auch kalt sehr gut. - Kann ich Panuozzo auch im Backofen backen?
Ja, das geht! Die Spieße können auch im Backofen zubereitet werden. Dafür sollte der Backofen auf maximale Leistung aufgeheizt werden und es sollte ein Backstahl oder Pizzastein verwendet werden. Die Backzeit ist im Backofen etwas länger, als bei einem Pizzaofen.
- Was ist der Unterschied zwischen einem Panuozzo und Panino?
Ein Panino oder Panini wird meist aus klassischem Weizenbrot oder Ciabatta zubereitet und kalt oder gegrillt serviert. Ein Panuozzo hingegen besteht aus echtem Pizzateig, wird im Pizzaofen gebacken und hat dadurch eine ganz eigene Konsistenz und ein charakteristisches Aroma. Es ist im Geschmack und in der Zubereitung deutlich näher an einer Pizza als an einem klassischen Sandwich.
Fazit
Das Panuozzo ist weit mehr als ein Sandwich. Es steht sinnbildlich für das, was die italienische Küche ausmacht: Reduktion auf das Wesentliche, handwerkliches Können und die Liebe zu hochwertigen Zutaten. Probiert unser Panuozzo Pizza-Sandwich unbedingt mal aus! Es ist eine Mischung aus Sandwich und Pizza, nur eben anders und richtig lecker!
Das Rezept zum Ausdrucken:

Zutaten
- 270 g neapolitanischer Pizzateig
- 3 Scheiben Kochschinken
- 1 Kugel Burrata
- 1 handvoll Rucola
- 2 EL Basilikum-Pesto
- 2 Kirschtomaten (in Scheiben geschnitten)
- 20 g Parmesan
- 2 EL Olivenöl
Anleitungen
- Wir starten mit dem Pizzateig. Wir haben für dieses Rezept neapolitanischen Pizzateig mit 66% Hydration und 48 Stunden Reifezeit zubereitet. Die genaue Anleitung, wie man diesen Teig macht, findet ihr in unserem Rezept für neapolitanischen Pizzateig. Wie bereits vorab erwähnt, ist die Besonderheit dieser Pizzatasche, dass sie ohne Füllung gebacken wird und erst anschließend belegt wird. Dabei wird die unbelegte Pizza zusammengeklappt gebacken. Damit sie nach dem Backen nicht zusammenklebt und später gefüllt werden kann, wird etwas Olivenöl auf eine Hälfte geträufelt und dann wird die Tasche zusammengeklappt. Dann wird der Pizzateig auf den mit etwas Semola bestreuten Pizzaschieber gezogen.

- Zubereitet haben wir unsere Pizzatasche im Witt Piccolo Rotante 16" Pizzaofen. Der Pizzaofen wird auf Maximalleistung aufgeheizt, so dass eine Backtemperatur um die 450-500°C entsteht. Der rotierende Pizzastein wird dabei mit eingeschaltet, damit die Pizzatasche von allen Seiten gleichmäßig gebacken wird. Aufgrund der hohen Temperaturen ist der Pizzateig in rund 60 Sekunden fertig gebacken. Es empfiehlt sich sogar, den Hauptbrenner nach 30 Sekunden etwas runter zu regeln, da der Pizzateig sonst zu schnell zu dunkel wird. Das Ergebnis ist in jedem Fall eine richtig luftige und gleichzeitig knusprige Pizzatasche, die man so nicht im heimischen Backofen hinbekommt.

- Wenn die Pizzatasche fertig gebacken ist, wird sie vorsichtig aus dem Pizzaofen geholt und für 3-4 Minuten zum Auskühlen beiseite gestellt. Dann wird sie vorsichtig geöffnet (Vorsicht, heißer Dampf steigt auf). Durch das Olivenöl sind die beiden Teighälften nicht zusammengebacken und die Pizzatasche lässt sich problemlos füllen.

- Wenn der Pizzateig etwas ausgekühlt ist, wird er gefüllt. Schinken, Parmesan, Rucola, Tomaten, Burrata und das Pesto werden in die Tasche gegeben. Darüber wird noch etwas Olivenöl gegeben und dann kann das Panuozzo auch schon serviert werden.

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