Yakitori-Spieße sind Grillspieße nach japanischer Art. Was diese Grillspieße ausmacht und wie man sie perfekt zubereitet, zeigen wir euch in diesem Rezept.
Yakitori-Spieße – Japanische Grillspieße mit Geschichte
Wenn die Sonne langsam über Tokio untergeht und die ersten Lichter der Izakayas – den kleinen japanischen Grillbars – aufleuchten, dann beginnt der Moment, in dem Rauch und Sojasauce in der Luft tanzen. Hier, zwischen Holzkohle und herzhaftem Duft, lebt eine der ehrlichsten Formen des Grillens: Yakitori, die Kunst des japanischen Hühnerspießes.
Yakitori bedeutet wörtlich „gegrillter Vogel“ (Yaki = gegrillt und Tori = Vogel). Doch was so einfach und schlicht klingt, ist in Wahrheit ein feinsinniges Spiel aus Textur, Glanz und Aroma. In Japan ist es üblich, mit einem kühlen Bier oder einem Glas Sake vor einem kleinen Grill zu stehen, während der Grillmeister mit ruhiger Hand und jahrelanger Erfahrung kleine Stücke Hähnchen über glühender Binchōtan-Kohle dreht.
Heute holen wir uns dieses Stück japanischer Grillkultur auf den heimischen Grill und wir zeigen euch, wie ihr authentische Yakitori-Spieße zu Hause zubereitet.
Herkunft & Geschichte der Yakitori-Spieße
Die Geschichte der Yakitori-Spieße beginnt im Japan des 17. Jahrhunderts, in einer Zeit, in der Fleischgenuss noch als Luxus galt. Erst mit dem wirtschaftlichen Aufschwung in der Nachkriegszeit wurden Yakitori-Stände zum Inbegriff urbaner Alltagsküche.
Ein Stück Hühnerbrust, ein Stück Haut, etwas Lauch, ein Hauch süßer Sojasauce – das war alles, was man brauchte, um Körper und Seele zu wärmen. Nach dem zweiten Weltkrieg in den 1950er Jahren erlebten Yakitori-Spieße eine wahre Renaissance. Die beliebten Izakayas entstanden, in denen sich die Japaner nach Feierabend trafen und bei einem Glas Bier oder Sake ihre Yakitori-Spieße gegessen haben. In den angesagten Lokalen wird jedes Stück vom Huhn – von Herz bis Schenkel – mit Respekt behandelt und perfekt am Spieß gegart wurde.
Die Sauce, die sogenannte Tare, ist das Herzstück: eine glänzende, karamellisierte Mischung aus Sojasauce, Mirin, Zucker und Sake, die dem Spieß seinen unverwechselbaren Glanz und das typische Aroma verleiht.
5 Tipps für die perfekte Zubereitung von Yakitori-Spießen
Auch wenn Yakitori eine lange Tradition hat, lässt sich die Kunst des japanischen Grillens auch zu Hause umsetzen. Egal ob am Holzkohlegrill, Gasgrill oder in der Grillpfanne. Hier sind fünf essenzielle Tipps für perfektes Yakitori:
- Wähle das richtige Fleisch
Klassisch ist Hähnchen – aber nicht nur Brust! Kombiniere verschiedene Teile: Keule, Haut, Leber oder Herz. Das sorgt für unterschiedliche Texturen und Aromen. - Gleichmäßige Stücke schneiden
Die Stücke sollten gleich groß sein, damit sie gleichmäßig garen. Zu große Stücke bleiben innen roh, zu kleine verbrennen leicht. - Verwende Bambusspieße und wässere sie
Traditionelle Yakitori werden auf dünne Bambusspieße gesteckt. Damit sie nicht anbrennen, solltest du sie mindestens 30 Minuten wässern, bevor du sie grillst. - Grillen über mittlerer, direkter Hitze
Yakitori braucht keine hohe Flamme. Mittlere Glut sorgt dafür, dass das Fleisch außen knusprig, innen aber saftig bleibt. In Japan nutzt man dafür Binchōtan-Kohle – zu Hause reicht gute Grillkohle oder Gasgrilltemperatur um 200 °C. - Tare-Glasur richtig einsetzen
Wenn du mit Tare-Sauce grillst, mehrfach dünn bestreichen, nicht einmal dick auftragen. So karamellisiert die Oberfläche ohne zu verbrennen und entwickelt die typische glänzende Textur. Beware die Tare auf und „füttere“ sie, wenn du regelmäßig Yakitori-Spieße zubereitest.
Rezept für Yakitori-Spieße
Beim Yakitori verwenden die Japaner auch gerne die Haut. Daher haben wir unsere Yakitori-Spieße mit PIO Maishähnchenbrust mit Haut aus dem Hause Otto Gourmet zubereitet.
Folgende Zutaten (für 4 Portionen) benötigt:
- 600 g Hähnchenbrust mit Haut
- Holzspieße, in Wasser eingeweicht (mind. 30 Minuten)
Für die Tare-Sauce (Glasur & Sauce):
- 100 ml Sojasauce
- 80 ml Mirin
- 50 ml Sake
- 2 EL Rohrzucker
- 1 Knoblauchzehe (fein gehackt)
- 15 g Ingwer (fein gerieben)
Optional zum Servieren:
- gerösteter Sesam
- Frühlingszwiebelringe
- Chiliflocken

Schritt 1: Die Spieße werden vorbereitet
Die Hähnchenbrust wird mit einem scharfen Messer in lange Streifen oder Würfel geschnitten. Dabei darauf achten, dass möglichst alle Stücke gleichmäßig dick sind. Das Geflügel wird dann auf die gewässerten Spieße gesteckt und leicht gesalzen. Außerdem werden die Frühlingszwiebeln in dünne Ringe geschnitten.
Schritt 2: Die Tare-Sauce wird zubereitet
Für die Tare-Sauce wird der Ingwer geschält und fein gerieben. Die Knoblauchzehe wir abgezogen und fein gehackt. Sojasauce, Mirin, Sake, Zucker, Knoblauch und Ingwer wird dann in einem kleinen Topf verrührt und kurz aufgekocht. Auf niedriger Stufe wird die Sauce für ca. 15 Minuten leicht köcheln gelassen und einreduziert. Dabei gelegentlich umrühren. Die Sauce soll leicht sirupartig und glänzend werden. Sie sollte den Löffel dünn überziehen. Wenn dieser Punkt erreicht ist, wird die Sauce vom Herd genommen und etwas abkühlen lassen. Etwa ein Drittel der Sauce in eine Schale geben und die Hähnchenspieße werden damit dünn bepinselt. Den Rest als Dip bzw. zum späteren Glasieren beiseite stellen.
Tipp: In Japan wird dieselbe Tare oft über Jahre „weitergeführt“. Sie wird nach jedem Grillabend mit frischen Zutaten aufgekocht und gewinnt so immer mehr Tiefe.

Schritt 3: Die Yakitori-Spieße werden gegrillt
Gegrillt werden die Yakitori-Spieße über direkter Hitze. Wer es ganz authentisch machen will, verwendet japanische Binchotan-Holzkohle. Da die Tare-Sauce zuckerhaltig ist, sollten die Spieße regelmäßig gewendet werden, da die Marinade sonst zu schnell dunkel wird. Je nach Dicke brauchen die Spieße nur wenige Minuten auf dem Grill. Kurz bevor die Spieße vom Grill genommen werden, werden sie noch 1-2 Mal mit der Tare-Sauce glasiert.

Schritt 4: Anrichten & Servieren
Vor dem Servieren werden die Spieße nochmal mit etwas Tare-Sauce bestrichen. Die restliche Sauce wird als Dip dazu gestellt. Die Yakitori-Spieße werden dann noch mit etwas geröstetem Sesam, Chiliflocken und den Frühlingszwiebelringen bestreut.

Fazit
Yakitori sind das Paradebeispiel japanischer Perfektion im Kleinen: Wenige Zutaten, präzise Zubereitung, maximaler Geschmack. Das Zusammenspiel von süß, salzig und rauchig ist pure Harmonie. Richtig zubereitet sind die Yakitori-Spieße außen glänzend karamellisiert, innen saftig, zart und richtig geschmackvoll. Perfekt für gesellige Abende, als Teil eines japanischen BBQs oder einfach als raffinierter Fingerfood-Snack.
FAQ – Die häufigsten Fragen zu Yakitori-Spießen
Was sind Yakitori-Spieße?
Yakitori sind japanische Grillspieße aus Hähnchenfleisch, die über Holzkohle gegrillt und mit Salz (Shio) oder einer süß-würzigen Sauce (Tare) gewürzt werden.
Welches Fleisch wird für Yakitori-Spieße verwendet?
Hähnchenfleisch wird für Yakitori verwendet. Egal ob Brust oder Keule, gerne auch mit Haut, denn das macht die Spieße richtig geschmackvoll.
Was ist Yakitori-Sauce (Tare-Sauce)?
Die Tare-Sauce wird zum Bestreichen der Spieße genutzt. Ihre Hauptbestandteile sind Sojasauce, Mirin (süßer Reiswein), Sake (Reiswein) und Zucker. Die Sauce ist auch als Dip für Fleisch und Gemüse nutzbar.
Was heißt Yakitori auf deutsch?
Yaki = gegrillt und Tori = Vogel. Yakitori bedeutet so viel wie gegrillter Vogel.
Wie wird Yakitori traditionell gegessen?
Am häufigsten in Izakayas – kleinen japanischen Kneipen. Dort bestellt man mehrere Spieße, trinkt Bier oder Sake und genießt sie in geselliger Runde.
Wie schmecken Yakitori-Spieße?
Yakitori hatten einen ausgewogenen süß-würzigen Umami-Geschmack, der in erster Linie durch die Tare-Sauce kommt.
Das Rezept zum Ausdrucken:

Zutaten
- 600 g Hähnchenbrust mit Haut
- Holzspieße (eingeweicht)
Für die Tare-Sauce:
- 100 ml Sojasauce
- 80 ml Mirin
- 50 ml Sake
- 2 EL Rohrzucker
- 1 Knoblauchzehe (fein gehackt)
- 15 g Ingwer (fein gerieben)
Optional zum Servieren:
- gerösteter Sesam
- 2 Frühlingszwiebeln (in Ringen)
- Chiliflocken
Anleitungen
- Die Hähnchenbrust wird mit einem scharfen Messer in lange Streifen oder Würfel geschnitten. Dabei darauf achten, dass möglichst alle Stücke gleichmäßig dick sind. Das Geflügel wird dann auf die gewässerten Spieße gesteckt und leicht gesalzen. Außerdem werden die Frühlingszwiebeln in dünne Ringe geschnitten.
- Für die Tare-Sauce wird der Ingwer geschält und fein gerieben. Die Knoblauchzehe wir abgezogen und fein gehackt. Sojasauce, Mirin, Sake, Zucker, Knoblauch und Ingwer wird dann in einem kleinen Topf verrührt und kurz aufgekocht. Auf niedriger Stufe wird die Sauce für ca. 15 Minuten leicht köcheln gelassen und einreduziert. Dabei gelegentlich umrühren. Die Sauce soll leicht sirupartig und glänzend werden. Sie sollte den Löffel dünn überziehen. Wenn dieser Punkt erreicht ist, wird die Sauce vom Herd genommen und etwas abkühlen lassen. Etwa ein Drittel der Sauce in eine Schale geben und die Hähnchenspieße werden damit dünn bepinselt. Den Rest als Dip bzw. zum späteren Glasieren beiseite stellen.Tipp: In Japan wird dieselbe Tare oft über Jahre "weitergeführt". Sie wird nach jedem Grillabend mit frischen Zutaten aufgekocht und gewinnt so immer mehr Tiefe.

- Gegrillt werden die Yakitori-Spieße über direkter Hitze. Wer es ganz authentisch machen will, verwendet japanische Binchotan-Holzkohle. Da die Tare-Sauce zuckerhaltig ist, sollten die Spieße regelmäßig gewendet werden, da die Marinade sonst zu schnell dunkel wird. Je nach Dicke brauchen die Spieße nur wenige Minuten auf dem Grill. Kurz bevor die Spieße vom Grill genommen werden, werden sie noch 1-2 Mal mit der Tare-Sauce glasiert.

- Vor dem Servieren werden die Spieße nochmal mit etwas Tare-Sauce bestrichen. Die restliche Sauce wird als Dip dazu gestellt. Die Yakitori-Spieße werden dann noch mit etwas geröstetem Sesam, Chiliflocken und den Frühlingszwiebelringen bestreut.

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