Nesmuk Messermanufaktur – BBQPit zu Besuch bei Nesmuk in Solingen. Anfang März 2017 hatte ich die Möglichkeit, die Nesmuk Messermanufaktur in Solingen zu besuchen. Eine Gelegenheit, die ich natürlich genutzt habe, denn Nesmuk ist seit Jahren der Inbegriff für hochwertige Messer der Spitzenklasse. Das Thema Messer ist für einen Grill- und BBQ-Webseite von essentieller Bedeutung, denn wie ein bekannter Videogriller immer zusagen pflegt: „Was wir immer zum Grillen brauchen ist ein scharfes Messer und ein Brett“.

Nesmuk Messermanufaktur

Ich kannte Nesmuk bis dato von zahlreichen Messen und bekannten Köchen, hatte aber bisher leider noch nie die Gelegenheit mit den edlen Messern zu arbeiten. Seit vielen Jahren nutze ich Wüsthof Kochmesser, die zwar auch sehr wertig sind, jedoch preislich und qualitativ in einer ganz anderen Liga spielen. Umso gespannter war ich darauf, was mich in der Solinger Manufaktur erwarten würde.

Showroom Solingen nesmuk-Werksbesichtigung Nesmuk 01-Nesmuk Messermanufaktur – Werksbesichtigung in Solingen
Der Showroom dient gleichzeit als Koch- und Schneidschule

 

Der Showroom

Im Showroom, der auch gleichzeitig als Koch- und Schneidschule dient, empfingen mich Nina Schulte und Produktionsleiter Stephan Borchert und erklärten mir zunächst die Philosophie und die Geschichte der Messermanufaktur. Ich war äußerst überrascht, das bei Nesmuk gerade mal 13 Mitarbeiter arbeiten und diese rund 6500 Messer im Jahr fertigen. Zum Vergleich: Bei Wüsthof wird diese Anzahl an einem Tag produziert. Das wiederum zeigt aber auch, dass hier der Manufaktur-Gedanke noch gelebt wird und jedes Messer mit sehr viel Handarbeit produziert wird.

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Nesmuk Messer und Damaststahl

 

Anschliessend wurde mir das Messersortiment vorgeführt und ich konnte erstmals selber Hand anlegen. Ich war überrascht, wie gut die Kochmesser in der Hand liegen und wie leicht die Messer doch sind. Mein Wüsthof X-Line Kochmesser ist gut und gerne 3x so schwer. Auch die Verarbeitung der Messer sucht seines Gleichen. Man hat einen gewissen Respekt und Ehrfurcht vor den hochwertigen Messern. Ich muss zugeben, noch nie zuvor hatte ich solch teure Messer in der Hand.

Das Produktsortiment ist aktuell noch recht überschaubar. Die beliebte Janus und Soul Messerserie besteht lediglich aus einem Kochmesser, einem Slicer und einem Officemesser. Das Besondere an den Messern ist sicherlich die schier unendlich anmutende Auswahl an Griffvarianten.

Messergriffe nesmuk-Werksbesichtigung Nesmuk 12-Nesmuk Messermanufaktur – Werksbesichtigung in Solingen
Die Griffauswahl ist mehr als beeindruckend

 

Ein besonderes Highlight sind sicherlich die exklusiven Damastmesser, welche aus teilweise aus hundertlagigen Stählen in Handarbeit in der hauseigenen Schmiede entstehen.

Damastmesser  nesmuk-Werksbesichtigung Nesmuk 21-Nesmuk Messermanufaktur – Werksbesichtigung in Solingen
Exclusive Damastmesser in Perfektion

 

Eindrücke aus dem Showroom:

 

Nachdem ich mir die unterschiedlichen Modelle ansehen konnte, ging es dann durch das Lager zur Produktion. Auf dem Weg dorthin konnte ich eine echte Weltneuheit in Augenschein nehmen. Die brandneuen Nesmuk Steakmesser, welche in Kürze ab 490 Euro im Zweierset zu haben sein werden und u.a. auch mit seltenen Lorbeer-Griffen gefertigt werden. Die Steakmesser haben eine 115 mm lange Klinge, welche somit 26 mm länger ist, als beim Folder. Leider gibt dieses Foto nicht annähernd wieder, um was für Schmuckstücke es sich handelt.

Nesmuk Steakmesser nesmuk-Werksbesichtigung Nesmuk 08-Nesmuk Messermanufaktur – Werksbesichtigung in Solingen
Demnächst erhältlich: Steakmesser im Doppelpack

 

Die Schmiede

In der Schmiede angekommen, wurde es direkt merklich heisser und lauter. Kein Wunder, denn hier fauchte es förmlich aus dem über 1100 °C heißen Schmiedeofen heraus und ich konnte schon aus der Ferne die Hammerschläge von Damastschmied Markus Pattschull hören. Markus ist einer von wenigen Schmieden in Deutschland, die es beherrschen die kunstvollen Damastmesser zu fertigen. Immer wieder werden die mehrlagigen Damastblöcke erhitzt, geplättet, gefaltet so dass bis zu 480 Lagen Damast entstehen.

Damastschmiede nesmuk-Werksbesichtigung Nesmuk 15-Nesmuk Messermanufaktur – Werksbesichtigung in Solingen
Der Damaststahl kommt glühend aus dem Ofen

 

Wenn man mit Markus spricht, merkt man schnell, das für ihn nicht nur ein Beruf ist, sondern dass es seine Berufung ist diese hochwertigen Damastmesser zu fertigen. Mit viel Leidenschaft und natürlich auch Schweiß entstehen hier die teuersten und vielleicht auch besten Messer der Welt.

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Viel Handarbeit, wenig Maschinen

Von der Schmiede ging es weiter zu den nächsten Arbeitsschritten: Ausläsern, Schleifen, Polieren. Ursprünglich hatte man für die filigranen Arbeitsschritte wie Schleifen und Polieren gelernte Schmiede aus Solingen angestellt, doch diese konnten die hohen Qualitätsansprüche der Manufaktur nicht erfüllen, so dass man letztendlich gelernte Goldschmiede für diese Arbeiten eingestellt hat.

Messer schleifen nesmuk-Werksbesichtigung Nesmuk 09-Nesmuk Messermanufaktur – Werksbesichtigung in Solingen
100%ige Präzision beim Schleifen ist gefragt

 

Die Klingen werden eingesetzt. Bei den Kochmessern werden die Klingen mit einem Hochleistungsklebstoff eingeklebt. Man müsste den Griff aufbrechen, um die Klinge wieder herauszubekommen.

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Die Klingen werden eingesetzt

 

Wo man auch nur hinschaut, eine Klinge ist schöner wie die Andere…

 

Besonders beeindruckend ist das große Sortiment an unterschiedlichen Holzgriffen. Die Hölzer werden in einem separaten Raum trocken gelagert und hier findet man echte Schätze. Von Lorbeer über Olive bis hin zu 5000 Jahre alter Mooreiche.

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Die Hölzer für die Griffe

 

Mich hat diese Werksbesichtigung tief beeindruckt. Man macht sich ja eigentlich gar keine großen Gedanken, wie Produkte die man alltäglich nutzt überhaupt hergestellt werden. In der Solinger Luxusmesserschmiede werden nun wahrlich keine Alltagsartikel hergestellt, denn hier wird Messerbau in Perfektion „gelebt“. Es ist erstaunlich, wie viele Stunden Arbeit doch in jedem dieser Messer steckt und wenn man sich die Produktion einmal angesehen hat, dann sieht man auch den Preis dieser Messer mit ganz anderen Augen. Los geht es mit 390 Euro für die einfachste Variante eines Soul Kochmessers. Nach oben hingegen gibt es keine Grenzen. Je nach Kundenwunsch und Geldbeutel hat Nesmuk schon Messer im Wert von bis zu 80.000 Euro gefertigt.

Braucht man das wirklich?

Natürlich kommt irgendwann auch die Frage der Sinnhaftigkeit dieser Messer auf. Braucht man ein Kochmesser für 400 Euro aufwärts? Natürlich kommt man auch mit anderen Messern ans Ziel. Es geht bei Nesmuk nicht um die Sinnhaftigkeit der Messer, sondern um den Respekt und Wertigkeit, die die hohe Handwerkskunst, Qualität und Schärfe der Messer widerspiegeln. Die Lebensmittel, die mit den Messern geschnitten werden erhalten somit den Respekt den sie verdienen. Ein Beispiel: Man kann mit Nesmuk Messern Kräuter so fein schneiden, dass die Aromastoffe erhalten bleiben und nicht wie beim Gebrauch anderer Messern zerdrückt werden. Des Weiteren sind die Messer auf Grund Ihrer Schärfe und geringen Gewichts dafür da um ein effizientes und langes Arbeiten zu ermöglichen.

Das ist wie mit den Autos: Ein VW Golf bringt einen auch ans Ziel, mit einem Ferrari macht es aber mehr Spaß. Ähnlich ist es auch bei den Messern. Wer sich etwas Besonderes kaufen möchte, landet früher oder später bei Nesmuk.

Diese Werksbesichtigung hat mich mit dem Nesmuk-Fieber infiziert und ich habe die Manufaktur natürlich auch nicht ohne Messer verlassen. Was genau ich mitgenommen habe und was das Besondere an den Messern ist, erfahrt ihr in Kürze auf BBQPit.de. Nur so viel vorweg: Ihr werdet demnächst häufiger etwas über Nesmuk und deren Produkten erfahren… 😉

Wenn ich euer Interesse geweckt habe, nutzt die Möglichkeit eine Werksbesichtigung zu machen. Einmal pro Quartal gibt es bei Nesmuk einen wirklich empfehlenswerten Blick hinter die Kulissen und in die Produktion.

 

 

2 Kommentare

  1. Schöner Artikel. Als bekennender Messerfetischist bekomme ich weiche Knie bei dem Anblick. Aber bitte: Nie mit deinem MinoSharp bearbeiten!!

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