Beef Jerky mit dem Rommelsbacher Dörrautomat DA 750

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Beef Jerky

Beef Jerky stand schon länger auf meiner To-Do-Liste. Nachdem mir Jörn von Udenheim-BBQ eine kleine Probepackung von seinem genialen Wagyu Beef Jerky geschickt hat, musste ich endgültig handeln und mir einen Dörrautomat anschaffen und Beef Jerky machen.

Natürlich kann man Beef Jerky auch im Backofen, oder im Smoker machen. Ein Smoker hat aber auch nicht jeder und im Backofen ist es nicht gerade besonders energieeffizient. Auf Dauer die kostengünstigste und einfachste Methode ist sicherlich die Verwendung von einem Dörrautomaten. Zumal man im Dörrautomat auch noch viele andere tolle Dinge trocknen kann wie Obst, Gemüse, Kräuter und Pilze. Ich werde demnächst auch meine Chilies und Tomaten trocknen. Daher habe ich auch direkt mal eine neue Katergorie in meinen Blog aufgenommen: Dörren. 🙂

Doch welchen Dörrautomaten sollte man sich zulegen? Im Preisbereich zwischen 40 und 150 Euro gibt es zahlreiche Geräte, die alle mehr oder weniger gut ihren Dienst verrichten. Meine Wahl fiel auf den Rommelsbacher Dörrautomat DA 750. Dieses Gerät liegt preislich mit etwa 75 Euro im Mittelfeld, arbeitet aber als eines der wenigen Geräte mit dem Luftstrom von oben nach unten. Das ermöglicht ein besonders gleichmäßiges Trocknen. Die meisten anderen Dörrautomaten arbeiten mit einem Luftstrom von unten nach oben. Dabei ist es häufig so, dass das Dörrgut nicht gleichmäßig trocknet. Weitere Vorteile des DA 750 von Rommelsbacher sind beispielsweise der eingebaute Timer und die drei Leistungsstufen (ca. 50, 65 und 85 Grad C).
Im Lieferumfang des Dörrgerätes sind 4 Dörretagen dabei. Das Gerät kann mit maximal 8 Dörretagen betrieben werden und ich habe mir auch direkt zwei 2-er Sets der Dörretagen dazu gekauft um die maximale Kapazität zu haben.

Mein erster Dörrversuch sollte also Beef Jerky sein. Ich habe mir dazu ein falsches Filet gekauft. Falsches Filet wird auch Buglende oder Schulterfilet genannt. Das falsche Filet sitzt in der Schulter vom Rind und eigentlich erinnert nur seine Form an richtiges Filet. Da es mit einer dicken Sehne durchzogen ist, eignet es sich nicht zum Kurzbraten, sondern eher zum Schmoren und Kochen. Es ist jetzt nicht das edelste Stück vom Rind und auch recht preisgünstig, aber ich wollte bei meinem Erstversuch nicht gleich ein Roastbeef oder eine Hüfte versauen. Man weiss ja nie ob es schief geht. 😉

Falsches Filet für Beef Jerky  Beef Jerky mit dem Rommelsbacher Dörrautomat DA 750-Beef Jerky-BeefJerky04

 

Ich erspare euch jetzt die Bilder, wie ich das falsche Filet zerlegt habe. Denn im Parieren und Sezieren bin ich kein Profi und dieses „Schlachtfeld“ wollt ihr nicht sehen. In jedem Fall müssen alle Sehnen und Fettauflagen runter. Mittig durch das flasche Filet verläuft eine Sehne, die ebenfalls raus muss. Aus den beiden hälften habe ich dann etwa 3-5mm starke Scheiben geschnitten. Von Hand ging das nicht ganz so gut und die Scheiben sind nicht alle gleichmäßig dick geworden. Beim nächsten Versuch werde ich das Fleisch mit dem Allesschneider in 5-6mm dicke Scheiben schneiden.

Die fertig geschnittenen Rindfleischscheiben werden dann mariniert. Ich habe für etwa 1,5kg Fleisch folgende Marinade genommen:
80ml Worcestershire-Sauce
80ml Sojasauce
1 EL Honig
2 TL schwarzen Peffer grob gemahlen
1 TL Chiliflocken
1 TL Knoblauchgranulat
1 EL Liquid Smoke (Flüssigrauch)

Die Zutaten werden gut vermischt und dann zusammen mit den Rindfleischscheiben in einen Gefierbeutel gegeben und dann verschlossen. Man kann das Ganze auch in einer Schale marinieren, aber dann benötigt man deutlich mehr Flüssigkeit bis alles bedeckt ist. Daher mariniere ich lieber in einem Gefrierbeutel und knetete zwischendurch öfter mal durch, damit die Marinade auch alle Stellen am Fleisch erreicht. Das Fleisch sollte jetzt 24h im Kühlschrank marinieren.

Nach der Marinierzeit breiten wir das Fleisch auf Küchenkrepp aus, um die Marinade abzutupfen. Das Fleisch sollte möglichst ohne Marinade in den Dörrautomat. Anhand dieses Fotos sieht man, wie dunkel (fast schwarz) die Rindfleischscheiben durch die Marinade geworden sind.
Mariniertes Beej Jerky vor dem Dörren Beef Jerky mit dem Rommelsbacher Dörrautomat DA 750-Beef Jerky-BeefJerky01

Jetzt kommt das Fleisch in den Dörrautomat. Wichtig ist, das sich das Fleisch nicht gegenseitig berührt. Ich habe für 1,5kg Fleisch fünf Dörretagen gebraucht.
Beef Jerky im Rommelsbacher DA 750 Beef Jerky mit dem Rommelsbacher Dörrautomat DA 750-Beef Jerky-BeefJerky02

Beef Jerky im Rommelsbacher DA 750 Beef Jerky mit dem Rommelsbacher Dörrautomat DA 750-Beef Jerky-BeefJerky03

Zunächst habe ich das Beef Jerky für eine Stunde auf höchster Stufe (Stufe 3) gedörrt und dann auf Stufe 2 zurückgeschaltet. Nach insgesamt 3 Stunden war die Oberfläche des Jerkys schon recht trocken und ich habe das Fleisch umgedreht, damit es gleichmäßg trocknet. Umdrehen muss man es auf jeden Fall, da die einzelnen Dörretagen von unten nicht luftdurchlässig sind. Nach insgesamt etwa 6-7 Stunden war das Jerky dann fertig.
Ich gebe zu, optisch sieht es auf Grund der schwarzen Farbe nicht wirklich ansprechend aus. Die Färbung kommt von der Soja- und Worcestershire-Sauce. Das Fleisch ist als nicht verbrannt. 😉

Beef Jerky Beef Jerky mit dem Rommelsbacher Dörrautomat DA 750-Beef Jerky-BeefJerky05

Von der Konsistenz war es auf jeden Fall klasse. Die dicken Stücke waren perfekt. Da ich die Scheiben von Hand geschnitten habe, waren natürlich auch dünnere Scheiben dabei. Die waren dann auch schon etwas zu trocken. Aber im Großen und Ganzen bin ich mit diesem Erstversuch sehr zufrieden. Das falsche Filet eignet sich auch sehr gut als Ausgangsprodukt für Trockenfleisch. Ich werde auch bei meinen kommenden Versuchen wieder auf dieses Stück aus der Rinderschulter setzen.

Beef Jerky Beef Jerky mit dem Rommelsbacher Dörrautomat DA 750-Beef Jerky-BeefJerky06

Der Rommelsbacher Dörrautomat DA 750 erhält von mir eine glatte Kaufempfehlung. Das Gerät trocknet sehr gleichmäßig und gut. Auch die Reinigung ist denkbar einfach. Die Dörreinsätze können einfach ausgespült werden und können sogar in die Spülmaschine. Bei Geräten mit Siebeinsätzen geht die Reinigung nicht ganz so einfach. Ich würde dieses Gerät jederzeit wieder kaufen. Ich freue mich schon auf weitere Einsätze. Getrocknete Äpfel, Tomaten und Chilies stehen auch schon auf der To-Do-Liste. 🙂

Das Beef Jerky hat eine angenehme Schärfe, aber keineswegs zu scharf. Der grobe Pfeffer kommt sehr gut durch und insgesamt ist diese Marinade sehr ausgewogen. Ich werde demnächst weitere Versuche mit Beef Jerky starten, denn das Trockenfleisch macht wirklich süchtig. Vor allem ist es auch ein toller kalorienarmer Snack für abends vor dem Fernseher. Es müssen nicht immer Chips sein. 😉

20 Kommentare

  1. Hi,
    habe mir auch den Rommelsbacher Dörrautomaten bestellt, und heute ist er angekommen. Oberste Aufgabe natürlich Beef Jerky. Seit ich die sündhaft teuren Tütchen im Supermarkt entdeckt habe, kann ich es einfach nicht lassen – das Zeug macht in der Tat süchtig – die logische Konsequenz war daher nun die eigene Herstellung. Da ich in der Gerätebeschreibung keine Angaben zu Fleisch finden konnte, fragte ich Google – und schwups lande ich auf diesen tollen Beef Jerky -Bericht. Vielen Dank für die Anleitung !!! Auch gut zu wissen, dass ich ja anscheinend das „richtige“ Gerät gekauft habe. 🙂
    Die beschriebene Marinade werde ich bei Gelegenheit mal ausprobieren.
    mfg.
    Max. B

    • Hallo Max, das freut mich zu hören! Viel Spaß beim Beef Jerky machen. Der Rommelsbacher ist klasse dafür!

  2. Hallo, aufgrund deines tollen Tests auch dieses Gerät gekauft.
    Läuft grad Probe.
    Am Wochenende dann der Apfel- oder Beffjerky Test.
    Vielen Dank nochmal für deine tollen Berichte, sehr für „Dummies“ geeignet!
    Gruss Andrea

  3. Hi Thorsten,

    danke für Deine Erfahrungsberichte und die tollen Fotos. Auch ich liebe Dörrfleisch und bin kurz davor, mir einen Dörrer für die Selbstherstellung zu kaufen. Eine Frage hätte ich: Hast du Erfahrungen mit der Haltbarkeit? Also wie lange hält sich selbstgedörrtes Fleisch?

    Viele Grüße,

    Tom

  4. Ich habe jetzt mal mit dem Rommelsbacher und diversen Marinadevariationen experimentiert und möchte das Ergebnis nicht vorenthalten.

    Fleisch nehme ich nur noch Rouladenfleisch. Das hat den Vorteil, dass es schon sehr dünn geschnitten ist, man hat also weniger Arbeit mit der Vorbereitung.

    Marinade: Pro Kilo Rouladenfleisch 3 Esslöffel Magic Dust und ca. ein Schnapsglas Sojasauce. Gründlich einmassieren, vakuumieren und 24h durchziehen lassen.

    Dehydrieren: 1h Stufe 3, dann wenden, dann 1h Stufe 2, dann 4h Stufe 1.

    Perfekt.

    Viele Grüße,

    Tom

  5. Ich bin auch sehr angetan vom Trockenfleisch, nur eine Frage, wie viel passt denne in diesen Dörrer ? In meinen Öfen passen gut 2 Kilo rein…

    Danke für die Anworten

  6. Hallo,
    Wenn man das Fleisch anfriert kann man es viel besser gleichmäßig schneiden. Aber ich finde das auch gut gleich Rouladenfleisch zu nehmen und das dann in zwei Zentimeter streifen schneiden.

  7. Moin Thorsten,
    hätte da noch eine Frage zu dem Rommelsbacher Dörrautomat. Ich will ja auch vorrangig
    Beef Jerky machen, wenn ich das richtig verstehe wendest Du nur nach der halben Zeit das Fleisch,tauscht die einzelnen Etagen aber nicht aus,oder?
    Im Moment bin ich noch in einer Zwickmühle was die Geräte angeht.Der von Severin oder der Rommelsbacher,kann mich irgendwie nicht entscheiden weil beide gute Bewertungen haben.
    Kannst Du mir da helfen?
    LG Gerd

  8. Hallo an Alle,
    gestern war mein Rommelsbacher Dörrautomat angekommen,gleich nach Vorschrift zwei Stunden auf Stufe 3
    laufen gelassen.Leider stellt Er sich nicht von alleine aus sondern klebt bei der Null fest.Ein leichter Schubs ,erst dann ist Er aus.Hat das schon mal jemand gehabt?Natürlich gleich zurück geschickt und einen neuen bestellt,hoffe der nächste schaltet sich ab.
    VG Gerd

  9. Der Neue ist schon unterwegs,hab mir auch schon in der Bucht zwei Etagen bestellt.
    Sollte der Neue sich auch nicht abschalten werde ich den von Bielstein kaufen,von der Bauart gleich und 15 € billiger und noch mehr positive Bewertungen.Zum Glück passen da auch die Etagen von dem Rommelsbacher.

    Wünsche allen einen Guten Rutsch ins Jahr 2016

    Gruß Gerd

  10. Dank deines Artikels ist das erste Beef Jerky in „Dörrte“ (so haben wir unseren Dörrautomaten genannt). Ich bin gespannt, hab aber noch eine Frage:
    Lässt Du das Beef Jerky nach dem Dörren noch ruhen?

    VG
    Sascha

    • Hallo Sascha, das Beef Jerky würde ich an deiner Stelle noch 2 Tage in einem verschlossenen Gerfrierbeutel lagern. Die Restfeuchtigkeit verteilt sich wieder im Fleisch und das Aroma kommt erst dann richtig raus. Es schmeckt nach ein paar Tagen deutlich besser.

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